Herbstgrasmilben bei Hunden und Katzen

Jahreszeitliches Auftreten:

Die Larven, die Tier und Mensch befallen können, treten etwa zwischen Juli und Oktober auf. Überwiegend in Wiesen, Waldrändern und Obstgärten. Sie benötigen eine für sie entsprechende Luftfeuchtigkeit und Temperatur (Wohlfühltemperatur ca. 25-30 °C). Man findet sie jedoch schon ab 10°C bei entsprechender Luftfeuchtigkeit in der Natur vor.

 

Die Herbstgrasmilbe gehört zu der Klasse der Spinnentiere. Die erwachsenen Milben sind ca. 1-2 mm groß. Die Larven etwa 0,2-0,3 mm und besitzen eine orange-gelbene Farbe. Sie sind mit bloßem Auge noch zu erkennen.

Die Larven der Herbstgrasmilbe leben parasitisch auf Tieren oder Menschen und leben an diesen bis zu ca. 6 Tagen. Danach lassen sie sich fallen und der Lebenszyklus schreitet fort. Die Larven ernähren sich von Zellflüssigkeit.

Meist befallen sie dünne, recht unbehaarte Hautstellen am Tier wie zum Beispiel Zehenzwischenräume, Schenkelinnenseiten, Bauchbereich, Ohr- und Lidränder.

Sie beißen sich in die Hautoberfläche und  geben mit dem Biss gewebsauflösendes Speichelsekret ab. Dies führt meist zu starkem Juckreiz, Rötung, Pusteln oder Quaddeln. Der Juckreiz kann bis zu 14 Tage anhalten.

 

 

TIPPS AUS DER NATUR

 Vorbeugend:

*Hunden und Katzen gute Öle wie zum Beispiel Lein- oder Hanföl zum Futter geben.

*Die Tiere vor jedem Lauf oder vor jedem Freigang mit Kokosöl einreiben.

 

 Bei Sichtung der Larven am Tier:

*Waschung der betroffenen Stellen mit verdünntem Apfelessig (1:1).

*Entfernung der Larven mit einem Gemisch aus Lavendel- und Olivenöl (ca. 1 Tropfen naturreines Lavendelöl auf 1 EL Olivenöl). Mit diesem Gemisch ebenfalls die betroffenen Hautstellen nach der Entfernung gegen den Juckreiz und gegen mögliche Entzündungen einreiben.

*Bei befallenen Hunde ist auch die Entfernung mittels Neemöl möglich.

*Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Milbenlarven mittels Kokosöl von Hunden und Katzen zu entfernen und die betroffenen Hautstellen gegen den Juckreiz damit großzügig einzureiben.

 

ACHTUNG!

Es kann durch das Kratzen und durch das Lecken an den betroffenen Stellen zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen!!!

 

 

www.thp-oehrig.de

30. August 2017


Schafgarbenkraut/Achillea millefolium

Pflanzenfamilie: Asteraceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Aus den frischen, oder getrockneten oberirdischen Pflanzenteilen

 

Droge: Millefolii herba

 

Blütezeit: Juni-Oktober

 

Inhaltsstoffe: u.a. Flavonoide, ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe

 

Standort: Wiesen, Weg- und Waldränder, lichten Wäldern

 

Merkmale: Die Blätter sind länglich-schmal und mehrfach fiederschnittig. Würde man die einzelnen Blätter zusammenzählen, käme man auf Hunderte davon, daher der Name „Tausendblatt“. Die Blütenköpfe sind in Doldenrispen angeordnet.

 

Wirkung: Spasmolytisch, verdauungsfördernd, entzündungshemmend, antimikrobiell, wundheilungsfördernd, blutstillend, stoffwechselanregend

 

Anwendungsgebiete bei Hunden und Katzen

 

Innerlich in Form von Tee, Pulver, getrockneten oder frischen Pflanzenteilen (direkt über das Futter geben), oder auch als Tinktur bei Hunden möglich (ca. 2-3 Tropfen über das Futter geben):

 

·        Appetitlosigkeit

·        Dyspeptische Beschwerden

·        Magenkatarrh

·        Leber- und Gallenstörungen

·        Durchfallerkrankungen

·        Hormonstörungen

 

(Dosierung Hund: 1,0-2,0 g als mittlere Tagesdosis; Katze 0,2-0,5 g als mittlere Tagesdosis)

 

Äußerlich in Form einer wässrigen Abkochung, verdünnte Tinktur (1:10):

 

·        Hauterkrankungen

·        Wunden

 

Tipp

 Schafgarbentinktur selbst herstellen:

 

·        Frisch geerntete blühende Schafgarbe in ein Schraubglas geben

·        Mit neutralem Alkohol (z.B. Wodka oder Korn) übergießen

·        Das Glas verschlossen ca. 2 Wochen an einem warmen Platz stehen lassen

·        Das Glas täglich schütteln

·        Danach die Blüten abseihen

 

Aufbrauchsfrist:1 Jahr

 

Vor Licht geschützt lagern“ (in einer Braunglas-Flasche)

 

 www.thp-oehrig.de

 

29.Juli 2017

 

 Quelle: Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis (J.Reichling)   

 

                   

 

 

 

 

Urlaub mit Hund und Katze

Vorabinformationen

 

  • Innerhalb der EU gilt eine Nachweispflicht einer gültigen Tollwutimpfung (mind. 21. Tage alt). Die meisten Tollwutimpfstoffe sind mittlerweile drei Jahre gültig.

 

  • Rechtzeitiges Informieren über die Einreisebestimmungen des jeweiligen Urlaubslandes.

 

  • Flugreisen wenn irgendwie möglich den Tieren ersparen, da ein Flug mit sehr großen Strapazen für das Tier verbunden ist. Falls es keine andere Möglichkeit gibt, bei der jeweiligen Fluggesellschaft aktuelle Vorschriften bezüglich des Transportes einholen.Ebenso ist es sehr wichtig, den Gesundheitszustand des Tieres gerade vor einem Flug nochmals genau abklären zu lassen.

 

  • Mitnahme eines gültigen EU-Heimtierausweises.

 

  •  Der Heimtierausweis muss dem jeweiligen Tier mittels Mikrochipnummer oder Tätowierung zugeordnet werden können.

 

  • Informationen über „Reisekrankheiten“, die über  Zecken und  Mücken übertragen werden können (wie z.B. Leishmaniose, Ehrlichiose, Anaplasmose) einholen. Die Gefahr der Übertragung ist in südeuropäischen Ländern (wie z.B. Spanien, Kroatien, Italien, Frankreich) wesentlich höher. Sich ebenfalls rechtzeitig über die möglichen Vorsorgemaßnahmen informieren.

 

  • Überprüfen lassen, ob das Tier in entsprechend stabiler psychischen und physischen  Verfassung ist.

 

  •  Informationen einer sinnvollen Bestückung einer Reiseapotheke einholen.

 

 

Reisetipps

 

·        Ihrem Liebling einen wasserdichten Anhänger am Halsband, oder am Geschirr befestigen. Darauf sollte die aktuelle Wohnadresse und die Urlaubsadresse stehen, ebenfalls die Handynummer.

·        Hunde und Katzen am besten in einer geeigneten Transportbox transportieren.

·        Da die meisten  Katzen einen Ortswechsel weniger gut als Hunde verkraften, empfiehlt es sich der Katze ein Geschirr anzuziehen, an dem eine Leine befestigt werden kann.

·        Die Katzentransportbox mit einem Handtuch auslegen und am besten eine kleine Toilette hineinstellen (bitte eine dementsprechend große Box wählen!).

·        Die Lieblingsdecke und/oder das Lieblingsspielzeug mitnehmen.

·        Ausreichend Wasser zur Verfügung stellen. Mittlerweile gibt es wunderbare Reisenäpfe, die das Verschütten von Wasser verhindern.

·        Regelmäßige Pausen mit kleinen Spaziergängen für die Hunde einlegen. Während der Pausen immer wieder frisches Wasser anbieten.

·        Wenn möglich das gewohnte Futter in ausreichender Menge mitnehmen.

·        In heißen Urlaubsländern das Futter in kleinen Portionen über den Tag verteilt anbieten.

·        Die Katze am Reisetag selbst bis zur Ankunft nicht mehr füttern

·    Auch Hunde die zu Reiseübelkeit neigen ca. 12 Stunden vor Reiseantritt und während der Reise nicht füttern.

·        Nach einem Bad im Meer den Hund mit Süßwasser abduschen.

·        Vorsorglich die Nummer eines am Urlaubsort ansässigen Tierarztes oder einer Tierklinik ins Handy einspeichern.

·        Die Spaziergänge in heißen Regionen auf den Morgen und den späten Abend legen.

·        Eine Kopie der Hundehaftpflichtversicherung mitnehmen.

·        TIERE BEI HITZE NIEMALS IM AUTO ZURÜCKLASSEN!

 

 

Reiseübelkeit und mögliche naturheilkundlich, vorbeugende Maßnahmen

 

Einer Übelkeit während des Autofahrens liegt sehr häufig ein Angstproblem zu Grunde,

in diesem Fall  sind meist verhaltenstherapeutische Maßnahmen und ebenfalls beruhigende Maßnahmen hilfreich.

 

  •  Hunden gegen Übelkeit ca. 1/2 Stunde bis 1 Stunde vor Reisebeginn einen abgekühlten Pfefferminztee oder Pfefferminzkapseln verabreichen, ebenfalls sind Ingwerkapseln sehr gut geeignet (ACHTUNG: Beides wird von Katzen weniger gut vertragen!).

 

  • Mögliche Kräutermischung für Hunde zur Beruhigung (als Tee oder direkt über das Futter), auch gerne schon einige Tage vor Reiseantritt damit beginnen: Melissenblätter, Lavendelblüten, Hopfenzapfen, Kamillenblüten.

 

  • Für Katzen und Hunde geeignete Bachblüten gegen Übelkeit und Unruhe während und auch vor der Reise, aus denen man sich eine Mischung herstellen lassen kann: Aspen, Elm, Scleranthus, Vervain. Von dieser Mischung am Reisetag alle zwei Stunden je zwei Tropfen direkt ins Mäulchen geben, oder auf dem Fell verteilen.

 

  • Als Nahrungsergänzungsmittel hat sich ein Vitamin-B-Komplex Präparat zur Nervenstärkung und zur Vorbeugung von Übelkeit bewährt. Es ist sinnvoll damit schon ca. zwei Wochen vor Reiseantritt zu beginnen und den Urlaub über durchzugeben.

 

         Bei Fragen und für weitere, ausführliche Beratungen können Sie jederzeit gerne Kontakt mit mir aufnehmen.

 

        Ihre 

        Tierheilpraxis 

        Kerstin Öhrig

 

        www.thp-oehrig.de

       

          08. Juli 2017

 

 

 


Johannistag 24. Juni 2017

Den  Johannistag möchte ich zum Anlass nehmen, ein wichtiges Heilkraut vorzustellen. Bewusst mache ich dies schon am 23. Juni, da schon die Nacht auf den 24. Juni von Bedeutung ist. Die Nacht vom 23. auf den 24. Juni wird auch „Johannisnacht“ bezeichnet.

Der Johannistag am 24. Juni erinnert an die Geburt Johannes des Täufers.

Viele Bräuche existieren rund um diesen Tag und in der Johannisnacht selbst.

Unter anderem steht das Johanniskraut um diesen Tag, nach dem es auch benannt wurde in voller Blüte. Der Gehalt an Hypericin soll zu dieser Zeit am höchsten sein. Dies geht wohl auf die Sommersonnenwende am 21. Juni (längster Tag des Jahres) zurück, da an diesem Tag die Sonne an ihrem höchsten Punkt steht. Früher wurde das Johanniskraut in der Johannisnacht gesammelt, da die Annahme bestand, dass Kräuter in dieser Nacht die stärkste Wirkung haben sollten.

 

 

Johanniskraut / Hypericum perforatum

 

Pflanzenfamilie: Hypericaceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Die frischen oder getrockneten, ganzen oder zerkleinerten oberirdischen Pflanzenteile

 

Droge: Hyperici herba

 

Blütezeit: Mai-August

 

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Gerbstoffe, ätherische Öle, Hypericin und

Pseudohypericin, Hyperforin

 

Standort: magere Trockenwiesen, Heiden, Waldränder

 

Merkmale: Die gelben Kronblätter sind am Rand mit schwarzen Exkretbehältern besetzt, die beim Zerreiben der Blüten eine Rotfärbung hinterlassen.

 

Wirkung: Antidepressiv, antiviral, antibakteriell, entzündungshemmend

 

Anwendungsgebiete bei Hunden:

 1.      Äußerlich z. B. als Rotöl bei:

  • Gelenkschmerzen
  • Prellung
  • Zerrung
  • Ischialgie
  • Verbrennung
  • Wunden in der Abheilung
  • Insektenstiche
  • Zur Ballenpflege
  • Krustig, trockene Ekzeme

 

 2. Innerlich z. B. als Tee, in getrockneter Form über das Futter, oder als Tinktur:      

  • Bei Ängsten  
  • Zur Rekonvaleszenz
  • Verstimmungszuständen
  • Dyspeptische Beschwerden

                                                                                                                                                              

  (Dosierung der reinen Droge für Hunde: 0,5-1,0 g als mittlere Tagesdosis) 

 

ACHTUNG: BEZÜGLICH DER INNERLICHEN ANWENDUNG BEI  EMPFINDLICHEN,

PIGMENTARMEN HUNDEN: JOHANNISKRAUT BESITZT EINE PHOTOSENSIBILISIERENDE WIRKUNG!

 

 

 Tipp

 Herstellung von Johanniskrautöl / Rotöl zur äußeren Anwendung:

 -Ein Glasgefäß zu ca. 2/3 mit gequetschten, frischen Blüten füllen.

-Mit Bio Olivenöl oder Sonnenblumenöl übergießen

-Das Glas verschlossen ca. 6 Wochen an einem sonnigen Platz stehen lassen

-Ca. 2 x pro Woche das Glas schütteln

-Danach die Blüten abseihen

 

Aufbrauchsfrist: 1 Jahr

 

„Vor Licht geschützt lagern“ (in einer Braunglas-Flasche)

 

Verwendung bei Hunden: siehe oben

 

www.thp-oehrig.de    

23. Juni 2017

 

Quelle: Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis (J.Reichling)   

 

Hund und Hitze

Während wir Menschen uns über den Sommer freuen und die Sonne einfach genießen, gibt es für unseren vierbeinigen Freund

einiges zu beachten.

Unsere Hunde können nicht so leicht wie wir Menschen mit der Wärme umgehen.

Das liegt daran, dass ein Hund lediglich über die Pfoten schwitzen kann, denn nur da besitzt er einige Schweißdrüsen, ebenso spielt die Nase für die Thermoregulation eine wichtige Rolle.

Dies stellt eine weitere Gefahr bei Hitze für brachyzephale Rassen (wie Mops und Bulldogge) dar.

Hauptsächlich regulieren unsere Hunde ihren Wärmehaushalt über das Hecheln. Beim Hecheln wird Verdunstungswärme erzeugt, der Hund lässt die Zunge zur Abkühlung weit heraushängen, atmet durch die Nase ein und durch das Maul aus. So können Luftfeuchtigkeit und Wärme abtransportiert werden.

Eine dicke Unterwolle behindert in der Sommerzeit ebenfalls die Wärmeabgabe der Hautoberfläche an die Umgebung. 

 

 Tipps für die heiße Jahreszeit

-Immer genügend, frisches Wasser dem Hund zur Verfügung stellen, auch zu Spaziergängen mitnehmen.

-Den Hauptspaziergang auf die frühen Morgenstunden verlegen.

-Waldwege für die Spaziergänge bevorzugen.

-Hunde mit dicker Unterwolle scheren lassen.

-Das Fell des Hundes regelmäßig bürsten, dabei kommt Luft unter das Fell.

-Lässt sich eine Autofahrt nicht vermeiden, ein nasses Handtuch oder Coolpads neben den Ruheplatz es Hundes legen.

-Um den Organismus des Hundes nicht zu stark zu belasten, kleinere Rationen pro Tag verfüttern.

-In den Garten oder auf den Balkon evtl. ein kleines Hundeplanschbecken aufbauen.

-Einen Kong z.B. mit Quark, Joghurt, oder Hüttenkäse füllen, in der Tiefkühltruhe frieren und dem Hund als Abkühlung zwischendurch anbieten.

-Asphaltierte Straßen ab der Mittagszeit meiden, da durch den aufgeheizten Asphalt zusätzlich die Wärme von unten an den Hund abstrahlt. Außerdem besteht die Gefahr der Verbrennung  der Pfotenballen.

-HUNDE NIE IM AUTO ZURÜCKLASSEN

 

 Gefahr Hitzschlag (ein medizinischer Notfall), erste Anzeichen:

-Unruhe

-Herzrasen

-Erhöhter Puls

-Erhöhte Körpertemperatur

-Extremes Hecheln

-Dunkelrote Schleimhäute

-Starrer Blick

-Langer Hals

-Mögliches Erbrechen

-Apathie

 

Erstmaßnahmen bis zum Eintreffen des Tierarztes:

 -Den Hund schnellstmöglich an einen schattigen Platz bringen, noch besser in einen kühlen Raum (z.B. Keller).

-Kalte Tücher auf Hals, Kopf, Schenkelinnenseite legen.

-Wenn möglich den Hund in stabiler Seitenlage auf einem kalten Tuch oder Boden bis zum Eintreffen des Arztes legen.

-Wasser (nicht eiskalt) zum Trinken anbieten.  Bewusstlosen Hunden kein Wasser einflößen - ERSTICKUNGSGEFAHR!

 

www.thp-oehrig.de  

18. Juni 2017